
Genaue Zahlen gibt es nicht. Es ist meist das Ende einer Verkettung schicksalhafter Umstände...: Verlust des Arbeitsplatzes, Verschuldung, familiäre Konflikte, häusliche Gewalt, oder oder oder. Sie kämpfen Tag für Tag um das Überleben, nächtigen meistens nicht in den diversen Institutionen, sondern in Parkanlagen, auf Bänken, unter Brücken, in Hauseingängen, Baustellen und Bahnhöfen. Sie sind mittlerweile ein fester Bestandteil unseres Straßenbildes und unseres Alltags. Aber sie werden nicht wahrgenommen, sondern ausgeblendet. Man wagt es nicht, ihnen ins Gesicht zu sehen und ist peilnlich berührt, wenn sie einen in der Öffentlichkeit ansprechen.... Obdachlose in Hamburg.
Nach einem eher lustigen 365 Tage Projekt 2011 wollte ich mit einem nächsten Projekt etwas bewegen. Ich brauchte nicht lange zu überlegen, bis ich das Thema eigentlich schon vor Augen hatte. Jedoch dauerte es ein paar Wochen, bis ich mich dazu überwinden konnte, es auch wirklich in die Tat umzusetzen. Als Fotograf habe ich die Möglichkeit, den Betrachter dazu zu bringen sich Dinge anzuschauen, die man im Alltag ausblendet und denen man aus dem Weg geht. Wann haben Sie das letzte mal einen Obdachlosen ins Gesicht geschaut? Das möchte ich ändern. Was am Ende aus dieser Dokumentation wird, ist bisher vollkommen offen. Klar ist aber, dass alle möglichen Einnahmen und Spenden den Institutionen zukommen wird, die sich wirklich mit den betroffenen Menschen befasst und ihnen helfen kann. Mein Ziel ist es, den Betrachter zum Umdenken zu bewegen. Das ist natürlich nicht einfach, aber ich habe als Fotograf die Möglichkeit dazu es zu probieren. Und wenn auch nur ein einziger Betrachter beim nächsten aufeinandertreffen mit einem Obdachlosen nicht wegschaut oder ignorierend vorbei geht, habe ich mein Ziel bereits erreicht.
Woraus besteht die Dokumentation?
Ich möchte den Betrachter dazu bringen, in die Augen derer zu schauen, die man sonst ignoriert und ausblendet. Im Regelfall sollen die Fotos ganz ohne Kommentar genügend über den Menschen und sein Schicksal aussagen. Dazu gehört aber mehr, als nur das Portraitieren derjenigen... Ich möchte mehr über das Thema wissen und aussagen können! Dazu werde ich bestimmte Institutionen zum Thema Obdachlosigkeit in Hamburg aufsuchen und Informationen einholen. Zudem werde ich versuchen einen Obdachlosen zu finden, dessen ganz normalen Wahnsinn ich einen Tag lang fotografisch dokumentieren und begleiten kann.
Wie können Sie helfen?
Ich werde versuchen, diese Dokumentation nach der Fertigstellung öffentlich zu machen. Dies kann z.B. über die Presse geschehen, über eine Ausstellung, oder eine Veröffentlichung als Bildband. Wenn Sie jemanden kennen, der mir dabei behilflich sein kann, wäre ich Ihnen dafür sehr dankbar. Ansonsten helfen Sie mir schon, wenn Sie Ihre Freunde und Bekannte auf die Dokumentation hinweisen. So vervielfältigt sich die Chance, dass sich Betrachter beim nächsten Aufeinandertreffen anders verhalten. Die Obdachlosen werden Ihnen danken!
Vorweg möchte ich mich schon bei den Leuten bedanken, die mich zu dieser Dokumentation ermutigt und mir bei den Vorbereitungen geholfen haben. Die Recherchen beginnen im Februar 2012